Abschluss

Da sind wir also wieder. Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende und viele von uns nutzen diese Zeit um zurückzublicken, zu reflektieren und sich selbst einige Fragen zu stellen. Was habe ich das letzte Jahr gelernt? Was war besonders gut? Was war nicht so schön? Was erhoffe ich mir vom nächsten Jahr? So abgedroschen das klingen mag, ich finde es nützlich sich am Ende eines Jahres diese Fragen zu stellen, schließlich will man ja herausfinden, was man in Zukunft verändern möchte und dafür muss man nunmal manchmal einen Blick zurück wagen.

Doch anstatt über den Sinn des Lebens zu schwafeln, möchte ich heute ein Gedicht mit euch teilen, das ich vor einiger Zeit geschrieben habe, als für mich mit dem Ende eines Jahres auch das Ende einer ganzen Lebensphase kam. Es war ein tolles Gefühl. Viele Dinge, die ich lange Zeit mit mir herumgeschleppt hatte, habe ich in diesem Jahr endlich loslassen können. Ich hoffe, mein Gedicht wird den einen oder anderen von euch inspirieren.

Abschluss

Ich schaue in den Spiegel
da bin endlich wieder ich,
die Zeit heilt keine Wunden,
das tut dein Herz für dich.

Und die Leute sagen mir
die 10 Jahre gab es nie
mein Gesicht trägt keine Spuren
meiner Seele gab ich sie.

Sie haben mich verspottet,
ihr habt mich verbrannt,
doch ich schüttle Asche ab
und euch hab ich nie gekannt.

Der alte Widerstand war stumm,
nun wächst ein Flüstern in verstaubten Parteien,
es überbrückt die Zeit,…
vielleicht hat sie am Ende doch etwas geheilt.

Doch egal was alte Zeitungen schreiben,
ich bin längst weiter gezogen,
ob sie gehen oder bleiben,
neue Segel glätten keine alten Wogen.

Ich lass mich nicht aufhalten,
werde nie mehr zögernd leben,
denn ich kenne nun die Wahrheit,
euren Fluch und meinen Segen.

Ich sage danke für die Narben,
danke für die Lehren,
ohne eure Hölle
wüsst‘ ich mich heute nicht zu wehren.

Danke für die Angst,
danke für die Einsamkeit,
denn nur wer Leere kennt,
schätzt umso mehr die Zweisamkeit.

Ich habe die Vergangenheit beschworen,
um die Gegenwart zu sehen,
bin gestorben und wurde neu geboren,
um die Zukunft zu verstehen.

Jetzt bin ich hier,
wo ich immer sein wollte,
ich schaue zurück,
auf das Hätte, Würde, Sollte…

Am Ende kommt alles
ganz anders als geplant,
und ich schaue lächelnd zurück,
ich hab es nie geahnt.

Bin nun so viel weniger und so viel mehr,
des Einen oder des Anderen,
doch das Leben ist wie ein Labyrinth zu verstehen,
nur selten können wir den Weg vorher sehen.